Karibische Literaturen
Politische Imaginationen, ästhetische Strategien und gegenwärtige Tendenzen in den französisch-
sprachigen Literaturen der Karibik
Poster-Ausstellung Studierender des Seminars der Universität Mannheim, der Universität Kassel und der Bergischen Universität Wuppertal
Version française
Imaginations politiques, stratégies esthétiques et tendances actuelles dans les littératures francophones des Caraïbes
Exposition d’affiches d’étudiants de l’Université Mannheim, de l’Université Kassel et de l’université Wuppertal
Caroline-Gabriela Spiridon, Universität Mannheim: „La Créolité. Identität, Sprache und Literatur der Antillen 1“
Das Poster stellt den ersten Teil des 1989 von Jean Bernabé, Patrick Chamoiseau und Raphaël Confiant verfassten Texts Éloge de la Créolité vor, in dem die selbstbewusste Abkehr der französischen Antilleninseln von der dominanten Kultur der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich postuliert wird.
Gloria Aziza, Universität Mannheim: „La Créolité. Identität, Sprache und Literatur der Antillen 2“
Dieses Poster fokussiert den zweiten Teil des von der Forschung häufig als Manifest bezeichneten Éloge de la Créolité. Darin werden fünf Forderungen an eine eigene, postkoloniale Fiktion formuliert, darunter Erinnerungsarbeit oder die Wahl der Sprache, die diese Literatur als eine eigenständige herausstellen und sie zugleich in aktuelle globale kulturelle Debatten einschreiben.
Nina Cassebaum, Universität Kassel: „Klimawandel in der Literatur der Karibik: Eine feministische Perspektive“
Schon 1944 deutete der Schriftsteller Jacques Roumain in seinem Roman Gouverneurs de la rosée darauf hin, dass Frauen stärker von klimatischen Bedingungen und Änderungen betroffen sind als Männer, insbesondere in ländlichen Gebieten des Südens und in Regionen rund um den Äquator. Dieses Poster zeigt aus rezenter ökopoetischer Perspektive, wie der Klimawandel Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung und Alter verschärft.
Nicola Lombardi, Universität Mannheim: „Ernest Pépin: L’Homme-au-Bâton“
Der Roman L’Homme-au-Bâton des Autors Ernest Pépin (1992) deckt auf humorvolle Weise stereotype Verhaltensmuster auf, die er als tief verwurzelt in der Gesellschaft seiner Heimatinsel Guadeloupe beschreibt und zugleich doch gewisse klischeebehaftete Typen damit bestätigt.
Pauline Bregar, Universität Mannheim: „Louis-Philippe Dalembert: Les dieux voyagent la nuit. Mémoire, vaudou et identité“
Dieses Poster gibt Einblicke in die haitianische Welt des Voodoo und zeigt, wie eng das Leben der Einwohner des Landes damit verknüpft sind – während jedoch die auch aus Haiti stammende Erzählfigur von dieser Praxis ferngehalten wurde und in dem Roman (2006 erschienen) ihre kulturell-religiöse Zerrissenheit erschreibt.
Celine Herbster, Universität Mannheim: „D’autres vies sous la tienne – Mérine Céco“
Dieser 2019 erschienene Roman beleuchtet eine auf den französischen Antillen literarisch und kulturell verbreitete Figur: den dorlis, einen unsichtbaren Geist, der des Nachts Frauen heimsucht. Die Schriftstellerin bricht dabei radikal mit dem verklärten Bild und benennt es als Vergewaltigung – und damit als Verbrechen, das nach wie vor ein gesellschaftliches Tabu darstellt.
Karina Valeeva, Universität Mannheim: „Le rôle de l’H/histoire dans Un dimanche au cachot (2007) de Patrick Chamoiseau“
Das Poster analysiert in dem Roman Un dimanche au cachot die Unterschiede zwischen offizieller – kolonialer – Geschichtsschreibung und jener Sozialgeschichte, die unter dieser Chronik verschüttet war und durch die Literatur zutage gebracht wird – ganz im Sinne des Éloge de la Créolité
Luc Alexis Perron, Bergische Universität Wuppertal: „Écrire la mer pour ne pas oublier. La migration chez Louis-Philippe Dalembert“
Auch dieses Poster widmet sich dem Werk des haitianischen Autors Louis-Philippe Dalembert und untersucht vergleichend zwei Romane, die fast 20 Jahre trennen: L’Autre Face de la mer (1998) und Mur Méditerranée (2019), die sich auf ganz unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen kulturellen und geopolitischen Räumen dem Thema Migration nähern.








