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Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kreisten frankokaribische Literaturen um die Last des kolonialen Erbes und die Suche nach einer eigenen Identität. Sie mussten ihre Stimme erheben und sich zugleich in globale und aktuelle Debatten einschreiben. Ihre mitunter divergierenden Positionierungen, die sich dabei vollzogen, haben ihre Spuren in der Alltagslandschaft der Region, im literarisch-künstlerischen wie auch im wissenschaftlichen Diskurs hinterlassen. Doch mit dem einsetztenden 21. Jahrhundert war ein Wandel wahrnehmbar.

Gerade angesichts sich wandelnder politischer Systeme – sowohl auf den französischen Antillen mit dem zyklisch wiederkehrenden Ringen um einen Autonomie-Status, als auch global mit sich wandelnden Rechtsordnungen, der immer sichtbarer werdenden Fragilität demokratischer Gefüge und dem verstärkten Aufkeimen konfliktiver regionaler Brandherde von internationaler Tragweite – wird das Hinterfragen bestehender soziokultureller Perspektivierungen zu einer drängenden Problematik, die sich in literarisch-künstlerischen und essayistischen Texten niederschlägt. Dazu kommen ökokritische Fragestellungen um die Gesellschaft beeinflussende Naturphänomene und -katastrophen, damit verbundene ökonomisch wie ökologisch motivierte (post)migrantische Dynamiken oder auch postextraktivistische Auseinandersetzungen mit natürlicher wie humaner Ressourcenausbeutung in kolonialen und neokolonialen Strukturen. Überdies sind mit diesen Aspekten ökofeministische Ansätze verknüpft.

Im Rahmen einer Journée d’étude zu diesem Thema, die am 23. April 2026 an der Universität Mannheim in Zusammenarbeit mit den Universitäten Heidelberg und Kassel stattfand, sowie im Rahmen von Seminaren in Mannheim, Kassel und Wuppertal erarbeiteten Studierende Poster, in denen sie sich mit den paradigmatischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts sowie den Neuerungen in frankokaribischen Literaturen des 21. Jahrhunderts auseinandersetzten.